Wie nutze ich dieses Paket?
Das Lehrer-Paket ergänzt die Hauptseite im Lehrer-Modus mit allem, was Sie zum Drucken brauchen. Es ist so gebaut, dass Sie es einmalig ausdrucken und über mehrere Jahre wiederverwenden können. Die interaktiven Elemente („Finde die KI-Fehler“, „Echt oder Fake?“) laufen direkt auf der Website und eignen sich für den Beamer.
Empfohlener Ablauf
- Vorbereitung: Lesen Sie zuerst die Hauptseite im Lehrer-Modus durch. Dort steht pro Kapitel: Lernziele, Zeitplan, Diskussions-Leitung, Quiz-Lösungen und antizipierte Schüler-Fragen.
- Material drucken: Drucken Sie die hier folgenden Arbeitsblätter (idealerweise Klassensatz minus 1, einer in Reserve). Den Elternbrief in der Anzahl Ihrer Klasse.
- Im Unterricht: Folgen Sie dem Zeitplan im Lehrer-Modus. Arbeitsblätter dienen als Aktivität, nicht als Test. Das interaktive Such-Spiel am Beamer eröffnet die Stunde.
- Bewertung: Optional Klassentest am Ende der Einheit. Beurteilung mit der enthaltenen Rubrik.
Was ist enthalten?
- 4 Arbeitsblätter — je 15–20 Min Einzel- oder Partnerarbeit, mit Lösungsblatt direkt darunter.
- Klassentest — 30 Punkte über alle Themen, mit Bewertungs-Rubrik und Gewichtungs-Empfehlung.
- 12 Hausaufgaben — pro Themenfeld 3 Aufgaben in 3 Schwierigkeitsstufen.
- Elternbrief — Vorlage zum Anpassen mit Platzhaltern.
- Lehrplan-Übersicht — Mapping zu Bildungsstandards (DE/AT/CH), Bloom-Matrix, Zeitvarianten.
Eine ruhige Grundhaltung
Ziel der Einheit ist nicht, Angst zu machen, sondern informierte Gelassenheit: Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, wie Fälschungen entstehen, woran man sie erkennt und wie man ruhig prüft, statt in Panik zu teilen. Vermeiden Sie alarmistische Beispiele; betonen Sie, dass ein wacher, prüfender Blick die beste Verteidigung ist.
Tipps zum Drucken
- Drücken Sie Strg+P (Windows) bzw. ⌘+P (Mac). Im Druckdialog können Sie auch „Als PDF speichern“ wählen.
- Im Druck werden Navigation und Hintergrundfarben ausgeblendet — das Ergebnis ist schwarz-weiß-tauglich.
- Jedes Arbeitsblatt beginnt auf einer neuen Seite. Sie können einzelne Seiten im Druckdialog auswählen.
Stundenüberblick & Lernziele
Übergeordnete Kompetenz
Die Lernenden können KI-Fälschungen (Deepfakes) und Desinformation erkennen, einordnen und ruhig prüfen. Sie verstehen die technischen Grundlagen in Grundzügen, kennen die typischen Verräterzeichen, wissen um deren Grenzen und handeln im Alltag besonnen und verantwortungsbewusst.
Lernziele nach Bloom-Taxonomie
- K1 — Wissen: Die Wortherkunft von „Deepfake“ und drei Manipulationsarten (Bild, Video, Stimme) nennen.
- K2 — Verstehen: Erklären, wie eine KI aus Trainingsdaten lernt und warum die Täuschungsabsicht das entscheidende Kriterium ist.
- K3 — Anwenden: Eine Checkliste auf ein verdächtiges Medium anwenden und eine Rückwärts-Bildersuche durchführen.
- K4 — Analysieren: Erkennen, warum visuelle Tells ein Hinweis, aber kein Beweis sind, und warum die Herkunftsprüfung verlässlicher ist.
- K5 — Bewerten: Eine eigene, begründete Position zur Frage „Darf man Deepfakes ‚aus Spaß‘ von Mitschülern machen?“ entwickeln.
- K6 — Erschaffen: Eine eigene Aufklärungs-Kampagne (Plakat, Kurzvideo-Skript) zum besonnenen Umgang gestalten.
Doppelstunde im Überblick (90 Min)
| Zeit | Phase | Inhalt & Methode |
|---|---|---|
| 10 Min | Einstieg | „Habt ihr schon mal etwas online gesehen, das sich als Fälschung herausstellte?“ — Murmelrunde, Sammlung an der Tafel. |
| 15 Min | Erarbeitung I | Was Deepfakes sind und wie sie entstehen (Kap. 2–3, Website im Einfach-Modus). Arbeitsblatt 1 oder 2. |
| 20 Min | Erarbeitung II | „Finde die KI-Fehler“ am Beamer + Verräter-Checkliste (Kap. 4). Arbeitsblatt 3. |
| 20 Min | Erarbeitung III | „Echt oder Fake?“ + Prüf-Werkzeuge, Lateral Reading (Kap. 5). Arbeitsblatt 4. |
| 15 Min | Transfer | Schutzregeln, Familien-Codewort, Rechtslage (Kap. 6). Diskussion. |
| 10 Min | Abschluss | Quiz-Auswertung, Leitsatz „aufgeklärt statt ängstlich“. |
Differenzierung
- Niveau leicht: Klasse bleibt im Einfach-Modus der Website; Fokus auf Checkliste und Such-Spiel.
- Niveau anspruchsvoll: Wechsel in den Modus Im Detail — dort werden GANs, Diffusionsmodelle, Voice-Cloning, forensische Signale, C2PA-Provenance und die Rechtslage technisch eingeordnet.
Material & Technik
- Beamer/Smartboard mit Internetzugang für die interaktiven Elemente.
- Gedruckte Arbeitsblätter (siehe unten).
- Optional je ein Endgerät pro Kleingruppe für die Rückwärts-Bildersuche.
- Wichtig: Keine echten privaten Fotos von Schülern verwenden; alle Beispiele auf der Website sind originale Illustrationen, keine echten Personen.
Arbeitsblätter
Jedes Arbeitsblatt eignet sich für ca. 15–20 Minuten Einzel- oder Partnerarbeit. Das Lösungsblatt ist als Klappbox direkt darunter — schneiden Sie es vor dem Klassensatz-Druck weg, oder drucken Sie 2-seitig (Schülerseite vorn, Lösung hinten — nicht ans Kind geben).
Arbeitsblatt 1 — Was sind Deepfakes?
1. Definition (2 Punkte)
Erkläre in maximal 2 Sätzen mit deinen eigenen Worten, was ein Deepfake ist:
2. Wortherkunft (2 Punkte)
Aus welchen zwei englischen Wörtern setzt sich „Deepfake“ zusammen — und was bedeuten sie?
3. Abgrenzung (3 Punkte)
Ist jedes bearbeitete Bild ein Deepfake? Erkläre den Unterschied zwischen einem harmlosen Foto-Filter und einem Deepfake:
4. Drei Arten (3 Punkte)
Nenne drei Arten von Deepfakes und je ein kurzes Beispiel:
5. Reflexion (2 Punkte)
Wem könnte ein gefälschtes Video von einer Person am meisten schaden? Begründe in 1–2 Sätzen:
Punkte gesamt: ___ / 12
🔑 Lösungsblatt für Lehrkraft — Arbeitsblatt 1
1. Ein Deepfake ist ein mit Künstlicher Intelligenz erzeugtes oder verändertes Medium (Bild, Video, Tonaufnahme), das täuschend echt wirkt, aber so nie stattgefunden hat.
2. „Deep Learning“ (die KI-Technik dahinter) + „Fake“ (Fälschung). Akzeptiert: sinngemäße Erklärung beider Teile.
3. Nein. Ein Spaß-Filter (z. B. Hunde-Ohren) täuscht niemanden über die Realität. Ein Deepfake will gezielt täuschen, dass etwas echt sei. Starker Beleg: nennt die Täuschungsabsicht als entscheidendes Kriterium.
4. Akzeptiert: Bild (gefälschtes Foto / „diese Person existiert nicht“), Video (Face-Swap, ein Politiker sagt etwas Erfundenes), Stimme (geklonte Stimme am Telefon, „Enkeltrick 2.0“).
5. Akzeptiert jede gut begründete Antwort: Privatpersonen (Mobbing, Rufschädigung), Politiker (Desinformation), Familien (Schockanrufe), Unternehmen (Betrug). Bewertung: Begründung vorhanden = volle Punktzahl.
Arbeitsblatt 2 — Wie entstehen Deepfakes?
1. Trainingsdaten (3 Punkte)
Was braucht eine KI, um ein überzeugendes Deepfake einer Person zu erstellen? Erkläre in 2–3 Sätzen:
2. Analogie (2 Punkte)
Vergleiche das Lernen einer Deepfake-KI mit etwas aus deinem Alltag (z. B. wie ihr eine Person von Weitem erkennt):
3. Begriffe zuordnen (4 Punkte)
Verbinde die Begriffe mit ihrer Erklärung (Linien ziehen):
| a) Trainingsdaten | → Eine Stimme aus wenigen Sprachproben nachbilden |
| b) Face-Swap | → Die Beispielaufnahmen, aus denen die KI lernt |
| c) Voice-Cloning | → Zwei Netze im Wettstreit: eines fälscht, eines prüft |
| d) GAN | → Das Gesicht einer Person in ein fremdes Video setzen |
4. Warum heute einfacher? (2 Punkte)
Früher brauchte man teure Technik und viel Können. Nenne zwei Gründe, warum Deepfakes heute leichter zu erstellen sind:
5. Datenfrage (2 Punkte)
Warum sind öffentlich gepostete Fotos und Videos für Deepfake-Ersteller besonders nützlich? Was folgt daraus für dich?
Punkte gesamt: ___ / 13
🔑 Lösungsblatt — Arbeitsblatt 2
1. Viele Beispielaufnahmen (Trainingsdaten) der Person — Fotos, Videoausschnitte oder Sprachproben aus verschiedenen Winkeln und Situationen. Je mehr Material, desto überzeugender die Fälschung.
2. Akzeptiert: jede passende Analogie. Beispiel: „Wie ich einen Freund von Weitem am Gang erkenne, weil ich ihn oft gesehen habe — die KI ‚sieht‘ eine Person sehr oft und kann sie dann neu zusammensetzen.“
3. a → Beispielaufnahmen; b → Gesicht in fremdes Video; c → Stimme nachbilden; d → zwei Netze im Wettstreit.
4. Akzeptiert (zwei von): Apps statt teurer Software · vortrainierte Modelle frei verfügbar · gesunkene Rechenkosten · ein Handy genügt oft · viele öffentliche Fotos vorhanden.
5. Öffentliche Inhalte liefern kostenlos Trainingsmaterial. Folgerung: sparsam posten, Profile nicht komplett öffentlich, weniger Material = weniger Missbrauchsmöglichkeit. Bewertung: Erkenntnis + persönliche Konsequenz = volle Punktzahl.
Arbeitsblatt 3 — Woran erkenne ich eine Fälschung?
1. Verräter-Checkliste (5 Punkte)
Nenne fünf Stellen in einem Bild, an denen KI-Fälschungen oft Fehler machen:
2. Warum Hände? (2 Punkte)
Warum macht eine KI ausgerechnet bei Händen besonders oft Fehler?
3. Video-Tell (2 Punkte)
Du schaust ein verdächtiges Video. Worauf achtest du beim Zusammenspiel von Bild und Ton?
4. Wichtiger als Hinsehen (3 Punkte)
Warum reicht das bloße Hinsehen nicht aus? Was ist verlässlicher — und wie geht das praktisch?
5. Mini-Praxis: Rückwärts-Bildersuche (2 Punkte)
Beschreibe in eigenen Worten, was eine Rückwärts-Bildersuche ist und was sie dir verrät:
Punkte gesamt: ___ / 14
🔑 Lösungsblatt — Arbeitsblatt 3
1. Akzeptiert (fünf von): Hände/Finger · Zähne · Ohren & Schmuck (Asymmetrie) · Haar-Hintergrund-Übergang · Licht & Schatten / Spiegelungen · verzerrter Text im Hintergrund · Lippen-Ton-Synchronität (Video).
2. Hände sind komplex und kommen in unzähligen Stellungen vor; die KI verwechselt leicht die Fingerzahl oder verbiegt sie. Akzeptiert: sinngemäß „schwierige, variantenreiche Struktur“.
3. Ob Lippenbewegung und Stimme exakt synchron laufen — ein leichter Versatz ist ein Warnsignal. Auch: Flackern an Gesichtsrändern.
4. Visuelle Tells sind nur ein Hinweis, kein Beweis, und werden mit jeder KI-Generation seltener. Verlässlicher ist die Herkunftsprüfung: Rückwärts-Bildersuche + Abgleich mehrerer unabhängiger Quellen. Volle Punktzahl: nennt „kein Beweis“ + Herkunft + konkrete Methode.
5. Man lädt ein Bild (oder seine Adresse) bei einer Suchmaschine hoch, statt nach Wörtern zu suchen. Man sieht, wo das Bild sonst auftaucht, wann es zuerst erschien und in welchem Zusammenhang — so entlarvt man alte oder aus dem Kontext gerissene Fotos.
Arbeitsblatt 4 — Warum Fälschungen wirken & was ich tun kann
1. Schlagzeilen-Check (3 Punkte)
Lies die Schlagzeile und entscheide: echt oder Fake? Nenne drei Warnsignale, an denen du es erkennst.
„SCHOCK: Bekannter Star verschenkt heute sein ganzes Vermögen — nur wer DIESEN Link teilt, bekommt etwas ab!“
Echt oder Fake?
Drei Warnsignale:
2. Warum teilen wir so schnell? (2 Punkte)
Warum verbreiten sich Fälschungen oft schneller als nüchterne Nachrichten?
3. Drei Prüf-Werkzeuge (3 Punkte)
Nenne die drei Werkzeuge, die fast immer helfen, bevor man etwas glaubt oder teilt:
4. Der Schockanruf (3 Punkte)
Jemand ruft an, klingt wie ein Familienmitglied und braucht dringend Geld. Was tust du? Beschreibe deine Schritte:
5. Verantwortung & Recht (2 Punkte)
Darf man „aus Spaß“ ein Deepfake von einer Mitschülerin oder einem Mitschüler machen und teilen? Begründe:
Punkte gesamt: ___ / 13
🔑 Lösungsblatt — Arbeitsblatt 4
1. Fake. Warnsignale (drei von): Großbuchstaben-„SCHOCK“ & starke Emotion · Druck, sofort einen Link zu teilen · Versprechen von Geld · keine überprüfbare Quelle · nirgends sonst bei seriösen Medien zu finden.
2. Fälschungen wirken über Gefühle und Tempo: Was wütend, ängstlich oder schadenfroh macht, wird schneller geteilt — ohne Nachdenken. In Echokammern bestätigen sich Gleichgesinnte gegenseitig.
3. Innehalten (nicht sofort teilen) · Rückwärts-Bildersuche (woher kommt das Bild?) · mehrere Quellen vergleichen (berichten seriöse Medien dasselbe?).
4. Ruhig bleiben, nicht sofort Geld senden. Auflegen und unter der bekannten Nummer zurückrufen. Eine Frage stellen, deren Antwort nur die echte Person kennt (Codewort). Im Zweifel andere Familienmitglieder einbeziehen.
5. Nein. Auch „aus Spaß“ kann es ernst und strafbar sein: Recht am eigenen Bild, Persönlichkeitsrecht, ggf. Beleidigung/Verleumdung. Es kann der betroffenen Person sehr schaden. Volle Punktzahl: klare Position + mindestens ein Grund (rechtlich oder menschlich).
Klassentest 30 Punkte
Abschlusstest über alle Themen. Vorgesehene Zeit: 30–40 Minuten. Lösungsblatt und Bewertungs-Rubrik folgen direkt darunter.
Teil A: Multiple Choice je 1 Pkt · 6 Pkt
Kreuze jeweils die eine richtige Antwort an.
1. Was macht ein Medium zum Deepfake?
- Ein lustiger Filter auf einem Selfie
- Eine KI erzeugt oder verändert es, damit es täuschend echt wirkt
- Es wurde mit einer teuren Kamera aufgenommen
- Ein von Hand gemaltes Porträt
2. Was braucht eine KI vor allem, um ein überzeugendes Deepfake zu erstellen?
- Die Telefonnummer der Person
- Nichts — die KI errät einfach alles
- Viele Beispielaufnahmen (Trainingsdaten) der Person
- Eine sehr schnelle Internetverbindung
3. Welche Stelle ist bei KI-Bildern besonders oft fehlerhaft?
- Ein blauer Himmel
- Eine weiße Wand
- Die Hände
- Ein einfarbiger Hintergrund
4. Was ist das verlässlichste Werkzeug gegen eine Fälschung?
- Nur auf die Hände schauen
- Die Herkunft prüfen (Rückwärts-Bildersuche, mehrere Quellen)
- Den Inhalt sofort teilen und nachfragen
- Auf das Bauchgefühl vertrauen
5. Wie schützt man sich am besten vor einem Anruf mit geklonter Stimme?
- Der Stimme vertrauen, sie klingt ja echt
- Sofort Geld überweisen, um zu helfen
- Auflegen und unter der bekannten Nummer zurückrufen
- Den Anruf einfach ignorieren und nie wieder ans Telefon gehen
6. Was bedeutet „Lateral Reading“?
- Eine Seite besonders langsam und gründlich von oben nach unten lesen
- In mehreren Tabs prüfen, wer hinter einer Quelle steht
- Texte von rechts nach links lesen
- Nur die Überschrift lesen und teilen
Teil B: Kurzantwort je 2 Pkt · 8 Pkt
7. Erkläre in 1–2 Sätzen, was ein Deepfake ist:
8. Nenne vier typische Verräterzeichen einer KI-Bildfälschung:
9. Warum ist das bloße Hinsehen kein sicherer Beweis für eine Fälschung?
10. Nenne die drei Prüf-Werkzeuge, bevor man etwas glaubt oder teilt:
Teil C: Anwendung 10 Pkt
11. Du bekommst von einem Klassenchat ein Video, das einen Lehrer angeblich etwas Peinliches sagen lässt. Beschreibe Schritt für Schritt, wie du prüfst, ob es echt ist (5 Pkt):
12. Eine ältere Verwandte erhält einen Anruf in der Stimme ihres Enkels, der dringend Geld braucht. Erkläre ihr in 3–4 Sätzen, was sie tun soll und warum (5 Pkt):
Teil D: Reflexion 6 Pkt
13. Diskutiere in 5–8 Sätzen: „Sollte es erlaubt sein, Deepfakes ‚aus Spaß‘ von echten Personen zu erstellen und zu teilen?“ Argumentiere für UND gegen, dann beziehe eine eigene, begründete Position.
🔑 Lösungsblatt für die Lehrkraft — Klassentest
Teil A: 1b · 2c · 3c · 4b · 5c · 6b
Teil B:
7. Ein mit KI erzeugtes oder verändertes Medium (Bild/Video/Ton), das täuschend echt wirkt, aber so nie stattgefunden hat.
8. Vier von: Hände/Finger · Zähne · Ohren & Schmuck · Haar-Hintergrund-Übergang · Licht/Schatten · verzerrter Hintergrundtext · Lippen-Ton-Versatz.
9. Weil KI-Fälschungen mit jeder Generation besser werden und Tells seltener; sie sind nur ein Hinweis. Sicherheit gibt erst die Herkunftsprüfung.
10. Innehalten · Rückwärts-Bildersuche · mehrere unabhängige Quellen vergleichen.
Teil C:
11. Idealantwort (je ~1 Pkt): nicht sofort teilen/glauben · Einzelbilder rückwärts suchen · auf Lippen-Ton-Synchronität und Ränder achten · prüfen, ob seriöse Quellen darüber berichten · Lehrkraft/Vertrauensperson einbeziehen statt verbreiten. Bonus: erkennt die mögliche Schädigung der betroffenen Person.
12. Idealantwort: ruhig bleiben, nicht sofort zahlen (1) · auflegen und unter bekannter Nummer zurückrufen (2) · eine nur der echten Person bekannte Frage / Codewort (1) · Erklärung, dass Stimmen mit KI geklont werden können (1).
Teil D:
13. Volle Punktzahl: nuancierte Diskussion mit klaren Pro-/Kontra-Argumenten und eigener begründeter Position. Pro (selten, mit Einschränkung): künstlerische/satirische Nutzung mit Kennzeichnung und Einwilligung. Contra: Persönlichkeitsrecht, Recht am eigenen Bild, mögliche schwere Schädigung, Strafbarkeit, kaputtes Vertrauen. Bewertet wird die Argumentationstiefe, nicht die Position.
Bewertungs-Rubrik
| Punkte | Note (DE/AT) | Note (CH) | Wertung |
|---|---|---|---|
| 27 – 30 | 1 / Sehr gut | 5,5 – 6,0 | Vollständiges Verständnis, eigenständige Reflexion, sichere Anwendung der Prüf-Methoden. |
| 23 – 26 | 2 / Gut | 4,5 – 5,0 | Sicheres Wissen, leichte Lücken, Reflexion vorhanden. |
| 18 – 22 | 3 / Befriedigend | 3,5 – 4,0 | Grundlagen verstanden, Anwendung/Reflexion oberflächlich. |
| 14 – 17 | 4 / Genügend | 3,0 – 3,4 | Wesentliche Begriffe vorhanden, viele Lücken bei Anwendung. |
| 0 – 13 | 5 / Nicht genügend | < 3,0 | Grundbegriffe nicht verstanden — Nacharbeit empfohlen. |
Gewichtungs-Empfehlung
- Wissen (Teil A + B): 14 Pkt — abprüfbar mit klarer richtig/falsch-Linie.
- Anwendung (Teil C): 10 Pkt — pro Aufgabe Spielraum für Teilpunkte (Schritte einzeln werten).
- Reflexion (Teil D): 6 Pkt — hier die Argumentations-Tiefe bewerten, nicht die vertretene Position.
Hausaufgaben-Sammlung — 3 Schwierigkeitsstufen
Pro Themenfeld 3 Aufgaben: Leicht Mittel Anspruchsvoll. Lösungs-Hinweise sind als ausklappbare Details direkt darunter (am Bildschirm einklappbar, im Druck immer offen).
Thema 1 — Was sind Deepfakes?
Erkläre einer erwachsenen Person (Eltern, Großeltern) in eigenen Worten, was ein Deepfake ist. Schreibe in 3 Sätzen auf, was du gesagt hast.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: korrekte Kurz-Definition (KI-Fälschung von Bild/Video/Stimme, die echt wirkt) und mindestens ein Beispiel. Bonus: kein unerklärter Fachbegriff.
Erstelle eine Tabelle mit 5 Medien-Beispielen × Spalten „echt / bearbeitet / Deepfake?“ und kurzer Begründung. Suche eigene Beispiele (keine echten privaten Personen).
🔑 Lösungshinweis
Volle Punktzahl: alle Spalten gefüllt, Begründung nennt jeweils die Täuschungsabsicht als Unterscheidung. Beispiel-Eintrag: „Werbefoto, retuschiert | bearbeitet | nein, will nicht über die Realität täuschen“.
Recherchiere einen real berichteten Deepfake-Fall (z. B. aus den Nachrichten). Fasse in 1 A4-Seite zusammen: Was passierte, wer war betroffen, wie wurde es entlarvt?
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: seriöse Quelle genannt, sachliche Zusammenfassung, klar getrennt: Hergang / Schaden / Aufklärung. Bonus: eigene Einordnung, warum der Fall lehrreich ist. Hinweis: auf sensible Inhalte achten, ggf. Themen vorgeben.
Thema 2 — Wie entstehen Deepfakes?
Beschreibe in 4–5 Sätzen, wie eine KI ein Gesicht „lernt“. Nutze eine eigene Analogie.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: KI sieht viele Aufnahmen (Trainingsdaten), erkennt Muster, kann das Gesicht neu zusammensetzen. Analogie passend (z. B. Freund am Gang erkennen).
Probiere Teachable Machine von Google aus: Trainiere eine Mini-KI für 2 Kategorien (z. B. „Daumen hoch“ / „Daumen runter“) mit je 30 Bildern. Beschreibe in 4–6 Sätzen, was du beobachtet hast.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: dokumentiertes Experiment. Erkenntnisse: mehr Beispiele = besser; schlechtere Erkennung bei anderem Hintergrund; erstaunlich gut schon bei 30 Bildern. Bonus: Reflexion über Verzerrung bei zu wenig Vielfalt — Brücke zu Deepfake-Trainingsdaten.
Erkläre den Unterschied zwischen einem GAN und einem Diffusionsmodell in eigenen Worten (max. 1 A4-Seite). Nutze die Hauptseite im Modus „Im Detail“ als Quelle.
🔑 Lösungshinweis
GAN: Generator vs. Diskriminator im Wettstreit, schnell aber instabil. Diffusionsmodell: arbeitet ein Bild schrittweise aus Rauschen heraus, stabiler, steuerbar per Text. Volle Punktzahl: beide korrekt und in eigenen Worten, ein Vor-/Nachteil je Verfahren.
Thema 3 — Fälschungen erkennen
Gestalte eine kleine „Verräter-Checkliste“ als Merkzettel (Postkartengröße) mit mindestens 6 Stellen, an denen KI-Bilder oft Fehler machen.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: 6+ Tells aus der Checkliste, klar gestaltet. Bonus: poster-/merktauglich, eigene Symbole.
Führe eine Rückwärts-Bildersuche zu einem (unverfänglichen) Bild deiner Wahl durch. Dokumentiere: Woher stammt das Bild ursprünglich, wann tauchte es zuerst auf?
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: dokumentierter Such-Vorgang mit Ergebnis (Erstquelle, Datum, Kontext). Bonus: Reflexion, wie ein aus dem Kontext gerissenes Bild damit entlarvt würde. Hinweis: nur unverfängliche Bilder, keine privaten Personen.
Recherchiere, was C2PA / Content Credentials sind, und erkläre in 1 A4-Seite, warum „Herkunft nachweisen“ langfristig wichtiger sein könnte als „Fälschung erkennen“.
🔑 Lösungshinweis
C2PA = kryptografisch signierte Herkunfts-Metadaten („digitale Nährwert-Tabelle“ eines Mediums). Argument: Detektoren verlieren das Katz-und-Maus-Rennen, Provenance belegt nachweislich die Quelle. Volle Punktzahl: Konzept korrekt + nachvollziehbares Argument + Grenze genannt (Screenshot entfernt die Signatur).
Thema 4 — Desinformation & sicherer Umgang
Schreibe deine persönlichen „4 Regeln im Umgang mit verdächtigen Inhalten“ auf ein Blatt (groß genug zum Aufhängen).
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: Regeln, die Besonnenheit zeigen, z. B. „Erst prüfen, dann teilen“ · „Quelle checken“ · „Mehrere Quellen vergleichen“ · „Im Zweifel nachfragen“. Bonus: poster-tauglich.
Entwirf mit deiner Familie ein Notfall-Codewort gegen Schockanrufe und schreibe einen kurzen Text (für eine Familien-Gruppe), der erklärt, warum das hilft.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: sinnvolles Codewort-Konzept + Erklärung, dass geklonte Stimmen täuschend echt sein können und ein Codewort echte von gefälschten Notrufen unterscheidet. Bonus: Hinweis „Rückruf über bekannte Nummer“.
Erstelle eine Aufklärungs-Kampagne für deine Jahrgangsstufe: 1 Plakat oder ein 60-Sekunden-Kurzvideo-Skript zum Thema „Echt oder Fake? — ruhig prüfen statt schnell teilen“.
🔑 Lösungshinweis
Akzeptiert: zielgruppengerecht (kein Fachjargon), klare Botschaft, mindestens eine konkrete Prüf-Methode. Volle Punktzahl: ansprechend gestaltet, ruhiger Ton statt Panikmache, Handlungsaufruf enthalten.
Elternbrief-Vorlage
Diese Vorlage können Sie an Ihre Schule und Klasse anpassen. Ersetzen Sie die [Platzhalter in Grau] mit Ihren Daten und drucken Sie die Vorlage für Ihre Klasse aus.
[Ihre Schule]
[Adresse]
[Datum]
An die Eltern der Klasse [X. Klasse]
Betreff: Unterrichts-Einheit „Deepfakes & Desinformation — Medienkompetenz“
Liebe Eltern,
in den kommenden [Wochen / Doppelstunde] beschäftigt sich die Klasse Ihres Kindes mit Deepfakes und Desinformation. Mit Künstlicher Intelligenz lassen sich heute Bilder, Videos und sogar Stimmen täuschend echt fälschen. Wir möchten Ihre Kinder befähigen, solche Inhalte ruhig zu erkennen, kritisch zu prüfen und besonnen damit umzugehen — ohne Angst, aber mit wachem Blick.
Was Ihr Kind lernen wird:
- Was ein Deepfake ist — und was ihn von harmloser Bildbearbeitung unterscheidet.
- Wie solche Fälschungen technisch entstehen (Trainingsdaten, KI-Modelle, geklonte Stimmen).
- Woran man Fälschungen erkennt — und warum die Herkunftsprüfung wichtiger ist als das bloße Hinsehen.
- Warum Desinformation sich so schnell verbreitet und wie man sie mit einfachen Schritten enttarnt.
- Wie man sich vor Betrug schützt — etwa vor Schockanrufen mit geklonter Stimme („Enkeltrick 2.0“).
- Verantwortung: warum man keine Fälschungen über andere erstellt — auch nicht „aus Spaß“.
Material und Quelle: Wir nutzen die frei verfügbare Lern-Plattform deepfakes-verstehen.webhoch.com, bereitgestellt von der österreichischen Webagentur Hochmeir e.U. unter freier Lizenz (CC BY 4.0). Alle gezeigten Bilder sind originale Illustrationen — keine echten Personen. Die Inhalte sind altersgerecht für die [7./8./9./10.]-Klasse aufbereitet.
So können Sie zu Hause unterstützen:
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Inhalte, die online „zu schön/zu schlimm, um wahr zu sein“ wirken.
- Vereinbaren Sie ein Familien-Codewort für echte Notfälle — als Schutz gegen Anrufe mit geklonter Stimme.
- Üben Sie gemeinsam: bei verdächtigen Anrufen auflegen und über die bekannte Nummer zurückrufen.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, vor dem Teilen kurz innezuhalten und die Quelle zu prüfen.
Wichtige Hinweise:
- Im Unterricht werden keine privaten Fotos der Schülerinnen und Schüler verwendet; alle Beispiele sind Illustrationen.
- Wir behandeln das Thema bewusst ruhig und ohne Panikmache — Ziel ist Kompetenz, nicht Angst.
- Bei Fragen oder Sorgen: [Ihre E-Mail-Adresse]
Wir freuen uns, dass Ihr Kind diese wichtige Zukunfts-Kompetenz erwirbt — und schätzen Ihre Unterstützung dabei.
Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]
[Funktion / Klassenlehrer*in]
Lehrplan-Bezug
Diese Einheit deckt zentrale Lernfelder der Medienbildung mehrerer Lehrpläne ab. Anpassbar für österreichische, deutsche und schweizerische Bildungsstandards.
Lehrplan-Bezüge (Sekundarstufe I — AT: Digitale Grundbildung; DE: Medienkompetenzrahmen / KMK „Bildung in der digitalen Welt“; CH: Lehrplan 21, Modul Medien & Informatik)
| Fach / Bereich | Bildungsstandard / Kompetenz | Themen |
|---|---|---|
| Digitale Grundbildung / Informatik | Funktionsweise von KI-Systemen in Grundzügen erklären; synthetische Medien identifizieren | 1–3 |
| Medienbildung | Medien analysieren & bewerten; Quellen kritisch prüfen; Desinformation erkennen | 3–4 |
| Deutsch / Sprache | Argumentieren, Diskutieren, Standpunkte begründen; Manipulation in Sprache & Bild | 4 |
| Ethik / Religion | Verantwortung in einer digitalen Welt; Persönlichkeitsrechte | 4 |
| Politische Bildung | Meinungsbildung, Öffentlichkeit, Desinformation & Demokratie | 4 |
Kompetenz-Matrix (Bloom-Taxonomie)
| Stufe | Bezeichnung | Beispiel aus dieser Einheit |
|---|---|---|
| K1 | Wissen | Begriffe nennen (Deepfake, Trainingsdaten, Voice-Cloning, Rückwärts-Bildersuche) |
| K2 | Verstehen | Unterschied „Bildbearbeitung vs. Deepfake“ erklären |
| K3 | Anwenden | Verräter-Checkliste anwenden, „Finde die KI-Fehler“ lösen, Rückwärts-Bildersuche |
| K4 | Analysieren | Warnsignale in „Echt oder Fake?“ erkennen; „Tell ≠ Beweis“ analysieren |
| K5 | Bewerten | Eigene Position zu „Deepfakes aus Spaß?“ entwickeln |
| K6 | Erschaffen | Aufklärungs-Kampagne / Merkzettel gestalten (Hausaufgabe 3.1 / 4.3) |
Zeitliche Verteilung
| Variante | Aufteilung | Empfohlen für |
|---|---|---|
| Doppelstunde (90 Min) | Intensiv-Workshop, alle Themen in Auszügen, ein Arbeitsblatt | Projekttag, Vertretungsstunde, Schnupperkurs |
| Wochen-Modul (3 × 50 Min) | Tag 1: Was & Wie (Th. 1–2); Tag 2: Erkennen (Th. 3); Tag 3: Desinformation + Test (Th. 4) | Standard-Unterricht über eine Woche |
| 5-Wochen-Projekt (5 × 90 Min) | Pro Thema eine Doppelstunde, eigene Recherche-Projekte, Abschluss-Präsentationen | Vertiefung, Projektarbeit, Begabtenförderung |
| Projektwoche (5 × 4h) | Tag 1–4: Themen-Vertiefung mit Eigen-Recherche · Tag 5: Kampagnen-Präsentationen + Test | Themenwoche „Medienkompetenz“, IT-Sommer-Camp |
Wo schließe ich an?
- Vorher hilfreich: Grundkenntnisse Internet / Smartphone / soziale Medien. Vertrautheit mit dem Begriff „App“.
- Anknüpfung danach: KI-Grundlagen (Schwesterseite KI verstehen), Datenschutz/DSGVO, Quellenkritik im Geschichts-/Deutschunterricht, Cybermobbing-Prävention.
- Außerschulisch: Teachable Machine (eigene Mini-KI trainieren), C2PA / Content Credentials (Herkunftsnachweis), Faktencheck-Portale (z. B. correctiv, Mimikama).